Marburg, gedruckt bey Joh. Kürssner. 1712. 21,5x17 cm. (584 n.n. S.) Signaturformel: (4), A - Z4, Aa - Dd4, a - z4, aa - mm4, A - Q4, (a) - (z)4, (aa) - (ee)4, (A) - (W)4, A - P4. - Druck enthält die selten verwendeten W-Lagen. Schlichter Lederband der Zeit.
Reference : 58429BB
Erste vollständige Bibelausgabe in der Übersetzung von Heinrich Horch und Ludwig Christoph Schefer. Horch (1652-1729) war ein radikaler Pietist und Mystiker. Nach Studien in Marburg war er als protestantischer Theologe an verschiedenen Orten (Kreuznach, Heidelberg, Frankfurt, Berleburg, Herborn u.a.) angestellt, wurde aber meist schon nach kurzer Zeit entlassen. 1698 wurde er von allen Ämtern enthoben, 1700 inhaftiert und als geisteskrank bezeichnet. Seine Bibelausgabe, die er zusammen mit Ludwig Christoph Schefer (1669-1731) verfasste, wurde hauptsächlich durch die mystische Deutung der Apokalypse und des Hohelieds bekannt. Sie gilt als wesentliche Vorläuferin der sogenannten Berleburger Bibel, die von 1726 bis 1742 von Schefer herausgegeben wurde. - Einband beschabt und fleckig, an den Ecken bestossen und am Kapital angerissen. Durchgehend mässig gebräunt, stellenweise fleckig, mit einem Wasserfleck im oberen Rand. An den Rändern vereinzelte Wurmspuren. Mit handschriftlichem Besitzvermerk eines Johannes Kessi von Bellmund von 1831. - Selten.
Daniel Thierstein, Livres anciens
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