o. J. (um 1878) in-Folio, 47 numm. Blätter, Exlibris Peter E. Oberrgfell, einf. Broschur der Zt.
Reference : 143170aaf
Qualitätsvolles Manuskript des Eduard Fischer von Rös(s)lerstamm (1814 - 1879), Sohn des Josef Emanuel (1787 - 1866), und Bruder desFranz (1819 - 1907). Er erzählt darin seine Lebensgeschichte, beginnend mit der Geschichte seiner Familie (Vorfahren, Eltern, Geschwister),und daran anschließend eine detaillierte Schilderung seines Werdeganges (1825 - Aufnahme ins Polytechnische Institut - 1830 - Eintritt insFamilienunternehmen - 1836 - Heirat mit Amalie "Mali" Liebisch - 1833 - Englandreise zum Studium von Dampfmaschinen - 1838 -erstmals auf dem Schneeberg - ab 1842 zahlreiche geschäftliche Einträge, ab 1843 zahlreiche Beschreibungen von Wanderungen imWienerwald usw.). - Eduard Fischer von Rös(s)lerstamm stammte aus einer bedeutenden Familie der beginnenden Industrialisierung. Dievon seinem Vater Josef Emanuel und seinem Onkel Ignaz in Nixdorf (Böhmen) gegründete Feinstahlfabrik gehörte zu den bedeutendsten inBöhmen, Ober- und Niederösterreich. Sein Bruder Franz trat 1844 in den Dienst der k.k.Österr.Staatsbahnen, für die er bis 1891 tätig war.Sein Name wird vor allen Dingen durch die von ihm und Wilhelm von Engerth entwickelte Gebirsglokomotive (nötig durch den Bau derSemmeringbahn) in Erinnerung bleiben. Eduard wiederum, der für das väterliche Unternehmen tätig war, hatte ein Faible für denAlpinismus, war stellvertretender Vorsitzender des Österreichischen Touristenclubs und erwarb kurz vor seinem Tod noch ein Grundstückauf dem Großglockner, den er 1872 auch bestiegen hatte. Dieser Erwerb führte zum Bau der Erzherzog-Johann-Hütte, deren Eröffnung eraber nicht mehr erleben sollte. Auch spendete er 100 Gulden zum Bau einer Hütte auf dem Schneeberg - schon Schultes hatte 1802bemängelt, dass auf diesem Berg kein Unterstand zu finden war - und der Neubau 1885, der einen älteren - miserablen - Unterstand ersetzte, sollte forthin seinen Namen tragen. Der Schneeberg - und die umliegenden Berge - war wohl auch sein bevorzugtes Wandergebiet, es finden sich zahlreiche Einträge über den Berg selbst, die umgebenden Täler und die Namen der Personen, die ihn bei seinen mannigfachenBesteigungen begleiteten. - Schönes, inhaltsreiches Manuskript in brauner Tinte und gut lesbarer Schrift. Am Ende sind 13 leere Blättereingebunden. - Beiliegen: Ein eigenhändiges Pasquil seines Vaters Josef Emanuel mit Anordnungen zur Führung der Fabriken (ein Blatt inGroß-Folio), sowie das eigenhändige Testament des Eduard Fischer von Rös(s)lerstamm, datiert Wien, 22.August 1878, mit genauenAnweisungen, wie mit seinem Vermögen zu verfahren sei (ein Doppelblatt in schwarzer und blauer Tinte, signiert). Gebunden ist dasManuskript in einen schlichten, zeitgenössischen Papierumschlag.
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