[Napoléon, Guerres napoléoniennes] Matthias (?). L.A.S., 31 mai 1807, 3p in-4. Longue lettre protestant contre un impôt de guerre subi par les vicaires d'une cathédrale. Malheureusement ni l'auteur, ni le lieu ne sont identifiés. En revanche, elle est écrite peu avant les traités de Tilsit. « Wohlgeborener Herr, Inbesonders Hochgeehrter Herr Criminal-Rath, Die Bestimmung der verschiedenen Beiträge zur Aufbringung der Zwangs-anleihe, behufs der Kriegssteuern, sind, wie man mir gesagt hat, die Vicariate am hiesigen Domstifte als Pfründen anzusehen und geschätzt worden, oder sollen noch als solche geschätzt werden. Diese veranlaßt mich, Namens meiner Collegen, Ew. Wohlgeboren, als Mitgliede der Commission, in aller Ergebenheit folgende Nachricht zu ertheilen, und Sie gehorsamst zu ersuchen, bei der Commission einige gefällige Rücksicht darauf zu nehmen. Nach einer schon längst getroffenen Einrichtung, wornach ein Hochw. Domcapitel bei Besetzung seiner Beamten stellen Rücksicht nimmt, sind die Vicariate keines Weges Pfründen, sondern eigentliche Gehalte womit unsere domcapitularischen Officianten besoldet werden. Theils sind es geistliche Stellen, thls [theils] an der Schule, theils weltliche Stellen, mit denen die Vicariate, als Besoldungen, verbunden sind. Daher wird auch Niemandem ein Vicariat mehr, schon seit langer Zeit, vom Hochw. Domcapitel ertheilt, dem nicht zugleich auch ein besonderes Amt, es sei ein geistliches oder weltliches, übertragen würde. Mit einem solchen Amte ist dann das Vicariats Amt löblich, eben weil es den Gehalt ausmacht, verbunden. Wer sein Amt zB. niederlegte, würde auch zugleich sein Vicariat niederlegen müssen. Es kann also, nach gegenwärtiger Verfassung, die schon lange besteht, Niemand die Einkünfte eines Vicariats als Geniessung, auf die Geschäffte und Arbeiten, worin eigentlich sein Beruf alsdann besteht eines weltlichen oder geistlichen Amtes zu verrichten und ihnen zu genügen. Ich habe geglaubt, Ew. Wohlgeboren diese Nachricht im Namen meiner Collegen ertheilen zu müssen, damit von Keinem unter uns, in Absicht auf die gegenwärtigen Zeitumstände, mehr verlangt werde, als was sich mit seiner Lage billiger Weise vereinbaren lässt. So gern Jeder unter uns, was er zu den Aufgaben, welche die gegenwärtigen Verhältnisse nothwendig machen, einmals beitragen soll, dazu auch aus Pflicht bereit seyn wird; so ist ihm doch auch der billige Wunsch nicht zu verübeln, nicht als Pfründner angesehen, sondern mit Rücksicht auf sein Amt, wobei keine anderen Hülfsquellen, als das Gehalt, ihm geöffnet sind, geschätzt zu werden. Ew. Wohlgeboren werden unstreitig von dieser Nachricht über die Vicariate den billigsten & rechtvollesten & gerechtesten Gebrauch machen, weshalb Sie noch einmahl gehorsamst ersucht [werden]. Ew. Wohlgeboren ganz ergebenster Matthias ». [517]